Intro
Du willst eine alte Schubtreppe ins DG zugießen? Gute Entscheidung, wenn du Schall, Zugluft und Brandlast aus dem Treppenloch rausbekommen willst. In diesem Leitfaden zeige ich dir, wie du die Öffnung sicher, dicht und tragfähig schließt. Wir sprechen über Statik, Brandschutz, Schalung, Bewehrung und Beton. Dazu gibt’s klare Maße, Zeiten und eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung. So vermeidest du teure Fehler und Baustellen-Stillstand. Das Ziel: saubere Fläche, volle Tragfähigkeit, ordentliche Optik – ohne Überraschungen.
Schnelle Antwort
Eine alte Schubtreppe ins DG zugießen heißt: Öffnung zurückbauen, Rand aufrauen und bewehren, dichte Schalung unterbauen, Beton (z. B. C25/30) einbringen, nachbehandeln und ausschalen. Vorher Statik, Brandschutz und Deckenaufbau klären. Plane 1 Tag für Rückbau/Schalung, 1 Tag für Betonage, Ausschalen nach 3–7 Tagen, volle Tragfähigkeit nach 28 Tagen.
Inhaltsverzeichnis
- Einordnung: Wann das Zugießen Sinn ergibt (#einordnung-wann-das-zugiessen-sinn-ergibt)
- Prüfungen vorab: Statik, Brand, Schall, Luftdichtheit (#pruefungen-vorab-statik-brand-schall-luftdichtheit)
- Schritt-für-Schritt: Alte Schubtreppe ins DG zugießen (#schritt-fuer-schritt-alte-schubtreppe-ins-dg-zugiessen)
- Materialliste und Beispielmaße (#materialliste-und-beispielmasse)
- Häufige Fehler und Alternativen (#haeufige-fehler-und-alternativen)
- Ablauf, Angebot und Abrechnung (#ablauf-angebot-und-abrechnung)
- Häufige Fragen (#haeufige-fragen)
Key Takeaways
- Öffnung zuerst statisch bewerten lassen. Ohne Freigabe nicht gießen.
- Saubere Randausbildung: aufrauen, vorbohren, Bewehrung verzahnen.
- Schalung dicht bauen. Kein Betonwasserverlust, sonst Schwundrisse.
- Beton nachbehandeln: 3–7 Tage feucht halten, 28 Tage bis Endfestigkeit.
- Brandschutz, Schall und Luftdichtheit gleich mit lösen. Nicht nur „zuschmieren“.
Einordnung: Wann das Zugießen Sinn ergibt
Viele Altbauten haben eine alte Schubtreppe ins DG. Die ist oft undicht, wackelig und ein Schall- sowie Brandkanal. Zugießen lohnt sich, wenn:
- das DG nicht mehr über diese Öffnung genutzt wird,
- eine neue, feste Treppe an anderer Stelle sitzt,
- du Brandschutz und Schallschutz verbessern willst,
- du eine durchgehende Deckenfläche brauchst (z. B. Bodenaufbau).
Typische Öffnungen sind 70 × 120 cm oder 80 × 140 cm. Das klingt klein, bringt aber 0,08–0,20 m³ Beton. Bei 2.400 kg/m³ sind das schnell 200–480 kg Zusatzlast. Darum Statik klären.
Prüfungen vorab: Statik, Brand, Schall, Luftdichtheit
- Statik
- Deckenart klären: Stahlbeton, Holzbalken, Kappendecke? Fotos, Bohrkern, Pläne.
- Randbewehrung prüfen. Bei Beton: Rand aufrauen (mind. 5–10 mm), Bohrlöcher für Anschlussbewehrung setzen.
- Zusatzlast berechnen (z. B. 0,14 m³ × 2.400 kg/m³ ≈ 336 kg).
- Freigabe durch Statiker einholen. Gerade bei Holzbalken Pflicht.
- Brandschutz
- Ziel: kein offener Brandkanal mehr. Bauteilqualität an Bestand anpassen (z. B. F30/F90).
- Bei Holzdecken oft mineralische Brandschutzlagen unten nötig.
- Schallschutz
- Hohlräume vermeiden. Randfugen vollflächig schließen.
- Bei schwimmenden Estrichen Randstreifen entkoppeln.
- Luftdichtheit
- Luftdichte Ebene schließen (Dampfbremsfolie/Dichtspachtel). Sonst Zugluft und Feuchteschäden.
Schritt-für-Schritt: Alte Schubtreppe ins DG zugießen
- Rückbau und Vorbereitung
- Schubtreppe samt Zarge ausbauen. Öffnung freilegen.
- Ränder reinigen, losen Putz entfernen, Beton/Stein aufrauen (5–10 mm).
- Bei Holzbalkenlage: Lage der Balken feststellen. Kein Beton direkt auf blankes Holz.
- Randverzahnung herstellen
- In Betonränder bohren: Ø12 mm, 100–120 mm Tiefe, Achsabstand ca. 150–200 mm.
- Verbundmörtel einbringen, Bewehrungsstäbe (z. B. B500B) einkleben.
- Bei Mauerwerksrand: U-Schalen oder Auflager mit Stahlwinkeln herstellen.
- Schalung bauen
- Von unten dichte Schalung: 21 mm Schaltafel + Kanthölzer (z. B. 60 × 100 mm).
- Sprießen. Abstützabstand je nach Last ca. 50–80 cm.
- Alle Fugen abdichten (Schaum/Dichtband). Kein Zementleimverlust.
- Bewehrung einlegen
- Matte z. B. Q188A (Ø6, 150/150) zuschneiden. 30–35 mm Betondeckung einhalten.
- Abstandhalter setzen (Kunststoff/Beton). Matten an Anschlussstäben binden.
- Öffnungsdicke an Bestand anpassen. Häufig 120–180 mm.
- Betonieren
- Beton C25/30, Körnung 0/16. Konsistenz F3–F4.
- In 2–3 Lagen einbauen. Mit Flaschenrüttler (25–35 mm) verdichten.
- Oberfläche abziehen, leicht „besenrein“ oder geglättet – je nach Belag.
- Nachbehandlung
- 3–7 Tage feucht halten (Folie/Nachbehandlungsmittel). Keine Zugluft.
- Ausschalen nach 3–7 Tagen (Wetter/Temp beachten).
- Endfestigkeit nach 28 Tagen. Schwere Lasten erst dann.
- Luftdichtheit und Oberfläche
- Luftdichte Ebene schließen (z. B. Klebeband/Dichtspachtel an die Folie).
Praxiszeitraum:
- Rückbau/Schalung: 4–8 Stunden.
- Betonage: 2–4 Stunden.
- Ausschalen: nach 3–7 Tagen.
- Volle Belastung: nach 28 Tagen.
Materialliste und Beispielmaße
- Beton: C25/30, ca. 0,10–0,20 m³ (je nach Öffnung 70×120 bis 80×140 cm, Dicke 12–18 cm)
- Bewehrung: Q188A oder nach Statik; Anschlussstäbe Ø10–12 mm, L: 300–400 mm
- Verbundmörtel/Injektionskleber: 2–4 Kartuschen
- Schalung: 21 mm Schaltafel, Kanthölzer 60×100 mm, Stützen 2–4 Stück
- Abstandhalter: 20–40 Stück
- Dichtband/Schaum: 1–2 Rollen
- Nachbehandlung: Folie 2×3 m oder Curing 5–10 Liter
Gewicht grob: 0,16 m³ × 2.400 kg/m³ ≈ 384 kg. Das zeigt, warum die statische Prüfung so wichtig ist.
Häufige Fehler und Alternativen
- Fehler: Ohne Statik einfach gießen.
- Folge: Risse, Durchbiegung, Schadensfall. Immer prüfen lassen.
- Fehler: Undichte Schalung.
- Folge: Ausgespülter Zementleim, Kiesnester, geringe Festigkeit. Fugen abdichten.
- Fehler: Keine Nachbehandlung.
- Folge: Frühschwinden, Risse. Mind. 3 Tage feucht halten.
- Fehler: Keine Luftdichtheit.
- Folge: Zugluft, Schimmelrisiko. Luftdichte Ebene sauber schließen.
- Alternative bei Holzbalkendecke
- Statt Beton: Holz- oder OSB-Einlage mit brandschutztechnischem Aufbau (GKF, Mineralwolle), dann Trockenestrich. Leichter, oft einfacher.
- Alternative: Mauerwerk in die Öffnung
- Bei dicker Decke: Leichtbetonsteine + Aufbeton/Estrich. Vor- und Nachteile abwägen.
Wenn du nebenbei deine Angebotsprozesse verbessern willst, sieh dir unseren Leitfaden zu professionellen Angeboten an. Das passt gut zu sauberen Arbeitsabläufen auf der Baustelle.
Ablauf, Angebot und Abrechnung
- Aufnahme vor Ort: Öffnungsmaße, Deckenaufbau, Fotos, Zugang.
- Positionen kalkulieren: Rückbau, Statik, Schalung, Bewehrung, Betonage, Nachbehandlung, Oberflächen, Entsorgung, Gerüst/Abdeckung.
- Zeiten planen: 1–2 Tage Arbeit + 1 Termin zum Ausschalen.
- Angebots-Tipp: Klare Annahmen reinschreiben (z. B. Statik durch Bauherr, Strom/Wasser bauseits). Änderungen als Nachtrag regeln.
Viele Betriebe erstellen das Angebot direkt nach der Begehung. Mit Lösungen wie Donizo kannst du per „Voice to Proposal“ die Details einsprechen, sofort ein PDF-Angebot senden und per E‑Signatur freigeben lassen. Später wandelst du das Angebot mit einem Klick in eine Rechnung um. Das spart dir 1–2 Stunden Papierkram pro Auftrag.
Häufige Fragen
Brauche ich eine statische Freigabe?
Ja. Selbst kleine Öffnungen bringen schnell 300–500 kg Zusatzlast. Ohne Freigabe riskierst du Schäden. Ein Statiker gibt dir Dicke, Bewehrung und Anschlussdetails vor.
Welche Betongüte und Dicke sind üblich?
Oft reicht C25/30 mit 12–18 cm Dicke. Die Dicke muss zur Bestandsdecke passen. Endgültig legt es der Statiker fest, besonders bei Holzbalkendecken.
Wie lange muss der Beton trocknen?
Ausschalen nach 3–7 Tagen ist üblich. Volle Tragfähigkeit erreicht Beton nach 28 Tagen. Schwere Lasten also erst dann.
Was ist bei Brandschutz zu beachten?
Die geschlossene Fläche soll die Feuerwiderstandsdauer der Decke erreichen (z. B. F30/F90). Das kann einen GKF‑Unterzug, Mineralwolle oder dickere Beplankung bedeuten. Kläre das mit Planung/Brandschutz.
Geht das auch ohne Beton?
Ja. Bei Holzbalkendecken sind leichte Alternativen oft besser: Holzrahmen, OSB, Brandschutzlagen, Trockenestrich. Vorteil: weniger Gewicht, schnellerer Einbau.
Schlussfolgerung
Das Zugießen einer alten Schubtreppe ins DG ist kein Hexenwerk. Entscheidend sind saubere Vorbereitung, statische Freigabe, dichte Schalung, richtige Bewehrung und gute Nachbehandlung. So bekommst du eine tragfähige, dichte und brandsichere Fläche. Nächste Schritte: 1) Bestand prüfen und Statik einholen. 2) Material nach Liste bestellen. 3) Termin für Rückbau und Betonage fixieren. Für saubere Angebote, schnelle Freigaben und leichte Rechnungen helfen Tools wie Donizo. So bleibst du auf der Baustelle statt im Büro. Pack’s an – mit Plan und Ruhe klappt’s.